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ihr nahe kommen, dann, Alrik, wäreſt Du nicht beſſer als jeder andere Mann auch.“
Ernſt ſchritt wieder vorwärts, und Alrik folgte ihm ſchweigend. Geraume Zeit gingen ſie, ihre Eigarren rauchend, neben einander her; wiederum brach Alrik das Stillſchweigen, aber dieſes Mal war auch er vollkommen ruhig.“
„Ich danke Dir für deine Worte! Sie enthiel⸗ ten eine ſcharfe Wahrheit. Du haſt Recht; ich war wirklich im Begriff, die beſchränkte Rolle, welche ich mir ſelbſt zugetheilt hatte, zu vergeſſen; aber ſei verſichert, daß mir dieß nicht ſo leicht paſſiren ſoll. Du ſagſt, ich ſei eiferſüchtig; möglicher Weiſe haſt Du Recht; aber dieß iſt Etwas, das ich immerdar bin, wenn es ſich um Perſonen handelt, für welche
ich mich intereſſire. Ich will allein Herr über deren Schickſal ſein. Mein Streben war, mich über die
Menge zu erheben, moraliſch höher als Andere zu ſtehen und in dieſem Gefühl ſtolz ſein zu dürfen.“
„Aber Du haſt, wie alle eigenliebigen Leute, über Andern zu ſtehen geglaubt, ehe Du deine eige⸗ nen Kräfte erprobteſt; Du haſt Dich für berechtigt gehalten, Andere zu verachten. ehe Du unterſuchteſt, ob deine Stärke von der Art ſei, daß ſie die hohe Meinung, welche Du ſelbſt davon haſt, auch verdiene. Wir haben kein Recht, über die Schwächen Anderer den Stab zu brechen, ehe wir geſehen, daß wir ſelbſt als Sieger aus der Verſuchung hervorgingen.“
Auf Alriks Angeſicht las man, daß er ſich von
dem Bruder verlezt fühlte, den er immer im Ver⸗
gleich mit ſich für ſchwach gehalten, und der ihm nun eine Schwachheit, eine Abweichung von dem


