Teil eines Werkes 
Ein Opfer der Rache : Erzählung : 2. Band (1864)
Entstehung
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„Und warum nicht?“

„Darum weil wir von fremden Perſonen, die uns ſpähend beobachten, umgeben ſind.“

„Was frage ich darnach?“

„Aber ich thue es. Sie ſollen nicht ſagen kön⸗ nen, daß ich Ihren Ruf unvorſichtig dem Gerede der Leute preisgebe; darum laſſen Sie mich gehen und den Damen helfen.“

„Sie ſprechen von meinem Rufe, während Sie mein Herz getödtet haben,“ ſagte Alfhild leiden⸗ ſchaftlich.

„Dieſes Herz iſt von Ihnen ſelbſt, nicht von mir getödtet worden.“

Damit wollte ſich Ernſt entfernen. 8

„Bleiben Sie,“ rief Alfhild mit gedämpfter Stimme.

„Wollen Sie vielleicht läugnen, Ernſt, daß Sie zu Wettersnäs geweſen ſind, ſo wiſſen Sie, daß ich Sie dorthin fahren ſah.“

„Ich habe niemals die Abſicht gehabt, es zu läugnen, ich habe niemals daran gedacht, es ver⸗ heimlichen zu wollen, ſo wenig, als ich meine Liebe zu Gabriella Saint Sue in Abrede gezogen habe.“

Nachdem er dieſes geſagt hatte, verließ er Alf⸗

hild und half der Oberſtin bei ihrem Mantel, äu⸗

ßerte gegen Malin ein paar artige Worte über ihre ſchönen Hände, und verſicherte die jüngſte, daß er niemals Jemand mit ſchönern Augen geſehen habe 1 ſ. w.

Alfhild ſah und hörte ihn. Das Blut brannte wie Feuer in ihren Adern; es ſauste ihr in den Ohren, und in ihrem Gedächtniß durchging ſie alle