Teil eines Werkes 
Ein Opfer der Rache : Erzählung : 2. Band (1864)
Entstehung
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bin. Sie konnten Nichts dafür, daß wir, Corſin und ich, uns blindlings von zügelloſer Eiferſucht regieren ließen. Ich leide nicht durch Sie, ſondern durch meine elende Schwäche, die mir meine Leidenſchaf⸗ ten zu beherrſchen unmöglich machte. Jede Nach⸗ giebigkeit gegen dieſelben führt zu Reue und Schmerz für ſich und Andere.“

Hier wurde das Geſpräch durch einen Diener unterbrochen, welcher meldete:

„Der Diſtriktsrichter Werner.“

Dieſe Worte riefen einen plötzlichen Wechſel der Farbe auf Gabriella's Wangen hervor. Sie drückte die Hand ſeſt aufs Herz und ging dem Ein⸗ tretenden entgegen, indem ſie demſelben mit einem Ausdruck von Herzlichkeit, Scheu und Schmerz die Hand reichte.

Als der Diſtriktsrichter Werner Gabriella begrüßt hatte, wandte er ſich zu Alrik und Ernſt um und rief mit einem Ausdruck froher Ueberraſchung:

„Bei meiner Ehre, ich glaube, das ſind ja die Welworts!“

Mit dieſen Worten ſchüttelte er beiden Pflege⸗ brüdern herzlich die Hand.

„Ein ganzes Jahrzehent iſt vergangen, ſeitdem wir einander zum letzten Mal ſahen,“ bemerkte Alrik. „Aber, wie ich hoffe, hat es nicht die Macht gehabt, unſerer alten Freundſchaft Abbruch zu thun.“

„Ihr kann die Zeit Nichts anhaben,“ verſicherte Ernſt mehr artig, als herzlich.

Birger Werner wandte ſich nun zu Gabriella.

„Es iſt mir unbeſchreiblich lieb, zu ſehen, daß ihr, Du und meine Pflegebrüder, mit einander be⸗

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