Teil eines Werkes 
Ein Opfer der Rache : Erzählung : 2. Band (1864)
Entstehung
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ich dieſelbe in jedem Fall unterlaſſen, weil ein Menſch nur ſelten das Recht hat, von ſeinen Freun⸗ den mehr zu fordern, als ſie ihm freiwillig zu ge⸗ ben geneigt ſind.“

„Aber geſtehen Sie, daß Sie ſich über mein Benehmen gewundert haben.“

„Das gebe ich zu.“

„Nun wohl, ich habe Ihren Bruder gekannt, aber nicht unter dem Namen Welwort.“

Es koſtete Gabriella einige Anſtrengung, dieſe Worte auszuſprechen.

„Ah! Ich vermuthete ſo Etwas.“

„Wir waren viel zuſammen in Venedig. Als ich Italien verließ, war ich krank, und als ich in Frankreich wieder genas, laſen wir in den Zeitun⸗ gen, daß der Mann, für welchen ich Ihren Bruder hielt, geſtorben war.“

„Ihr gegenwärtiger Name war ihm alſo fremd?“

„Vollkommen.“

M.

Eine Woche verging, während welcher Gabriella emſig und mit Intereſſe darauf bedacht war, ſich Kunde von dem zu verſchaffen, was für die Armen gethan werden konnte. Unter Mitwirkung von Alrik, dem Paſtor und Clara wurde ein ordentlicher Plan entworfen, nach welchem ſie handelte.

An dem Eifer, womit ſie ſich der Wohlthätigkeit widmete, konnte man ſehen, daß ſie ſich ernſtlich vorgenommen hatte, ihrer innern Schwermuth ent⸗

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