42
„Ungewöhnlich theilnehmend und geſprächig.“ „Und Sie, können Sie dieſelbe noch immer nicht lieben?“
„Herr Welwort,“ erwiederte Clara ernſt,„ich hege eine aufrichtige Zuneigung zu Gabriella.“
„Das iſt Alles, was ich wünſche. Sie bedarf Ihrer Freundſchaft, wenn ich fort bin. Leben Sie wohl, Fräulein Clara.“
Er drückte ihr die Hand und war im nächſten Augenblick auf dem Wege nach der Kirche von Wetters.
„Herr mein Gott, man wird noch ſehen, daß auch der da in Liebe verfällt und— ſentimental wird,“ ſprach Clara bei ſich, indem ſie des Lachens ſich nicht enthalten konnte.„Das wäre eine wahr⸗ hafte Parodie, wenn auch dieſes energiſche Angeſicht mit ſeinem männlichen Gepräge ſich weinerlich und zärtlich darſtellte. Aber dann verſichere ich ihn, daß er bei mir ſchlecht ankommt, denn ich mache be⸗ ſtimmt einen completen Narren aus ihm.“
VIII.
Alrik eilte in geſtrecktem Trab davon und hätte ſein Pferd vielleicht zu Schanden geritten, wäre nicht, zum Glück für das arme Thier, Gabriella auf den Einfall gekommen, das ihrige im Schritt gehen zu laſſen, ſo daß ſie noch keinen ſehr weiten Vor⸗
ſprung hatte, ſondern Alrik ſie bald zu Geſicht
bekam. Bei dem Schall der ſchnellen Hufſchläge drehte


