Umfang der Schwäche, wovon Sie beherrſcht werden. Alles iſt ja im Stande, Sie aufzuregen. Meine Be⸗ rechnung bewährte ſich vollkommen, da ich voraus⸗ ſah, Sie würden heute Abend da hinaufgehen“— er deutete hiebei auf den Berg—„und dort in der Betrachtung der Vergangenheit, welche der Anblick meines Bruders Ihnen auf irgend eine Weiſe zu⸗ rückgerufen hatte, die Wunde Ihrer Seele wieder aufreißen. Ich habe mich darum hier eingefunden, um Sie an der beabſichtigten Wallfahrt zu hindern und ſtatt deſſen Sie zu zwingen, das was ich mir zu ſagen vorgenommen hatte, nunmehr anzuhören.“
„Mein Herr, bei unſerer Uebereinkunft war nicht mit inbegriffen, daß Sie ſich zum Herrn über meine Handlungen aufwerfen oder irgend die Vormund⸗ ſchaft über mich übernehmen ſollten,“ fiel Gabriella mit werletztem Stolze ein.
„Sie ſind aufgebracht? Um ſo beſſer; aber dieß kann mich nicht abhalten, meinen Vorſatz jetzt auszu⸗ führen. Was macht es, wenn Sie mir verbieten, Sie während der Zeit zu beſuchen, welche noch von den bedungenen drei Monaten übrig iſt. Ich werde Sie heute Abend doch nicht verlaſſen, ohne das Ge⸗ bäude von Schwäche, Betrübniß und Egoismus, wel⸗ ches Sie ſo ſorgfältig aufgerichtet haben, vollſtändig zerſtört zu ſehen. Sprechen Sie mir nicht von der Uebereinkunft; ich habe das, wozu ich mich verpflich⸗ tete, nicht übertreten. Ich habe geſagt: ich will Sie dem Kummer entreißen, in welchen Sie verſunken ſind, und das iſt es eben, was ich jetzt zu thun im Begriff bin. Setzen Sie ſich alſo, Madame und hören Sie mich an. Sie kennen von meinem Cha⸗
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