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ſprechen ſoll, was man ſich vornimmt. Wir müſſen uns ſelbſt genug ſein können.“
„Du kannſt es, das weiß Gott. Du biſt Dein Leben lang ein eingefleiſchter Egoiſt geweſen, an den ich den beſten Theil meiner Zuneigung und Freund⸗ ſchaft, was Du niemals zu ſchätzen wußteſt, ver⸗ ſchwendete. Du haſt dieſe Gabe hingenommen, ohne mir Etwas dagegen zukommen zu laſſen, und ich bin ein verteufelter Narr geweſen, um nicht einzu⸗ ſehen, daß Du mit deinem zweideutigen und ſelbſt⸗ ſüchtigen Charakter mich nicht begreifen konnteſt.“
„Alrik, ſprich nicht ſo viel von meiner Selbſtſucht und der Abweſenheit derſelben bei Dir; Du dürfteſt
ielleicht eines Tags recht klar einſehen, was für ein großer Egoiſt Du ſelbſt biſt.“
„Ich Egoiſt,“ rief Alrik, blutroth vor Zorn.„Wie elend und niedrig, mir einen Fehler andichten zu wollen, über welchem Du mich vergeblich zu betreten ſuchen wirſt. Nein, mein lieber Ernſt, welche mora⸗ liſche Gebrechen Du mir auch zuſchreiben magſt, ſo iſt es doch Egoismus gewiß nicht.“
„Und doch könnte ich Dir eben jetzt es beweiſen.“
Alrik ſchleuderte ſeinem Bruder einen grimmigen Blick zu, ohne jedoch eine Antwort zu geben, und ſetzte ſein Pferd wieder in vollen Galop.
Ernſt ließ das ſeinige im Schritt gehen und ver⸗ ſank in Gedanken. Etwas wie ein Kampf ging in ſeinem Innern vor, und der unaufhörliche Wechſel in ſeinem Geſichtsausdruck bewies, daß dieſer Kampf heftiger Natur war, und daß bald die beſſeren, bald die ſchlimmern Gefühle die Oberhand behielten.
Als er ziemlich ſpät nach Alrik zu Ekbaka an⸗
Schwartz, Ein Opfer der Rache. II. 3


