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„Nicht? Du willſt alſo behaupten, ſie früher nicht geſehen zu haben?“
„Ich behaupte gar Nichts, ich ſage blos, daß Frau von Saint Sue mir unbekannt war.“
„Es geſchah heute nicht das erſte Mal, daß Du ſie ſaheſt.“
„Doch, ich habe Frau von Saint Sue zum erſten Mal geſehen.“
„Willſt Du ehrliches Spiel halten und aufrichtig antworten?“ rief Alrik und ſpornte ſein Pferd, daß es einige Sätze machte.
„Ich antworte gar nicht,“ erwiederte Ernſt be⸗ ſtimmt.
Wiederum trat Schweigen ein, und beide Brü⸗ der ritten eine Strecke weit in vollem Galop dahin. Endlich griff Alrik in den Zügel und hob wieder an:
„Du willſt alſo nicht erklären, woher deine Ge⸗ müthsbewegung entſprang, als Du Gabriella er⸗ blickteſt?“
„Nein, jetzt nicht.“
„Warum haſt Du mich niemals davon in Kennt⸗ niß geſetzt, daß Du in Italien geweſen?“
„Weil ich nicht gern von meinem Aufenthalte daſelbſt ſpreche.“
„Ernſt, kannſt Du mir ſagen, woher es kommt, daß Du immerdar mein Vertrauen beſaßeſt, aber ich niemals das Deinige gewann?“ fuhr Alrik mit un⸗ terdrücktem Zorn fort.
„Das weiß ich nicht; ich habe niemals daran gedacht. Du haſt mein Vertrauen, ſo weit ich es irgend jemand ſchenken kann. Uebrigens ſehe ich teinen rechten Grund davon ein, daß man von Allem


