25
Sie waren ungefähr bis in die Mitte des Saals gelangt, als Gabriella aufſah.
Als ihre Augen auf Ernſt fielen, machte ſie ein paar heftige Schritte auf ihn zu, blieb aber plötz⸗ lich ſtehen, während ihr Angeſicht zuerſt mit einer Purpurflamme ſich übergoß, dann aber leichenblaß wurde. Auch Ernſt hatte eine unfreiwillige Bewe⸗ S um auf ſie zuzueilen, hielt aber wieder an ſich.
Gabriella blieb unbeweglich ſtehen und ſtarrte ihn an.
Dieſe Zeichen des Erkennens und der Ueber⸗ raſchung waren ſo heftiger Natur, ſo in die Au⸗ gen fallend, daß die drei zuſchauenden Perſonen dadurch in nicht geringe Verwunderung verſezt wurden.
Alriks Augen ſchoſſen Blitze des Haſſes auf Gabriella, der Eiferſucht und des Zorns auf Ernſt.
Alrik betrachtete beide mit ſtolzer und im höchſten Grade mißvergnügter Miene.
Clara ihrerſeits hatte ſich gleichfalls über dieſen Auftritt betroffen gefühlt; aber bei der Bewegung, welche Gabriella's Aeußeres zu erkennen gab, richtete ſie die Augen ſogleich auf ihre Schweſter und er⸗ ſchrack beinahe über deren Geſichtsausdruck. Als ſie hierauf Alriks ſtrenge Miene gewahrte, da wurde ihre Beſorgniß noch größer und ſie dachte:
„Hier ſieht es aus, als zöge ſich ein Ungewitter zuſammen, welches ſehr betrübende Folgen haben könnte, wenn es zum Ausbruch kommt; es wird darum das Beſte ſein, wenn ich mich in die Sache


