Teil eines Werkes 
Ein Opfer der Rache : Erzählung : 2. Band (1864)
Entstehung
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nicht weigern, ohne daß ich des Egoismus beſchul⸗ digt würde, Ihren Wunſch zu erfüllen.“

„Es handelt ſich, gnädige Frau, um eine Gunſt. welche ich perſönlich von Ihnen begehre, und darum kann ich mich über Ihre Frage nicht ausſprechen. Haben Sie die Güte, vollkommen frei zu handeln. Wäre es dagegen Etwas, das mich allein anginge, ie ich meine Gedanken ſogleich ausgeſprochen

aben.“

„Ihr Bruder iſt willkommen, Herr Welwort,“ antwortete Gabriella ſchnell.

„Sie bringen jetzt ein großes Opfer!“ bemerkte Alrik lächelnd,„aber ſeien Sie ruhig, es iſt wahr⸗ ſcheinlich das Einzige, wozu ich Ihnen Veranlaſſung gebe. Uebrigens ſind Sie in einigen Wochen mei⸗ ner Gegenwart, meiner Theilnahme und meiner Bemühungen, Sie dem Leben und ſich ſelbſt zurück⸗ zugeben, völlig los.— Geſtehen Sie, daß Sie zu⸗ weilen ordentlichen Abſcheu vor mir haben?“

Gabriella betrachtete ihn einige Sekunden ſchwei⸗ gend. Es lag etwas Stattliches in ſeiner ganzen Haltung, in ſeiner Geſtalt und in der Art und Weiſe, wie er den Kopf trug..

Sie antwortete in mildem Tone:

„Ich habe nicht einen Augenblick Unwillen gegen Sie empfunden; aber oft, ſehr oft habe ich durch Ihre Worte gelitten. Sie beſitzen das Vermögen,

mich tief und ſchmerzlich zu verwunden.“

„Ich weiß es,“ erwiederte Alrik, indem er mit der Hand über die Stirne fuhr. „Es hat Augenblicke gegeben, da ich wünſchte, Sie möchten mich mit mehr Schonung behandeln,