Teil eines Werkes 
Ein Opfer der Rache : Erzählung : 2. Band (1864)
Entstehung
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egoiſtiſchen Genüſſe zu entſagen und für Andere Etwas aufzuopfern.“

„Wollen Sie mir abermals wehe thun?“

„Das geſchieht immer von mir, ſo lang Sie ſchon bei dem Schatten von Etwas, das Sie über den engen Kreis, worin Sie ſich bewegen, hinaus⸗ führen kann, Ihre gewöhnliche Abneigung an den Tag legen. Laſſen Sie eine Zeit lang Ihr eigenes Ich bei Seite und leben Sie ein wenig für und durch Andere.“

„Nun wohl, was begehren Sie, daß ich thun ſoll2“

„Ich wünſche, daß ich Ihnen dieſen Abend mei⸗ nen Bruder vorſtellen darf.“

Alrik legte einen ſtarken Nachdruck auf dieſe Worte.

„Herr Welwort, Sie verſprachen, als wir unſer Uebereinkommen trafen, mir den Beſuch oder die Bekanntſchaft anderer fremder Pérſonen nicht auf⸗ nöthigen zu wollen.“

„Das verſprach ich und habe es auch gehalten. Der Beweis dafür liegt eben darin, daß ich Sie bitte, Ihnen meinen Bruder vorſtellen zu dürfen. Wäre meine Abſicht geweſen, Ihnen ſeinen Beſuch aufzwingen zu wollen, ſo hätte ich denſelben geraden Wegs mitgebracht. Jetzt ſtelle ich es Ihnen frei, ob Sie mir dieſe Freude machen wollen, oder nicht.“

Alrik ſtützte ſich auf die Stullehne. Er hatte den Kopf zurückgeworfen und blickte Gabriella ruhig an. Dieſe ſchwieg einen Augenblick ſtill; hernach ſah ſie zu ihm empor und ſagte dann mit dem Tone trauriger Ergebung:

„Macht es Ihnen Freude, ſo kann ich mich ja