Teil eines Werkes 
Ein Opfer der Rache : Erzählung : 2. Band (1864)
Entstehung
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ben. Nimm die Freude zu deiner Bun⸗ desgenoſſin, ſuche mit deiner heitern Ge⸗ müthsart zu intereſſiren und zu beleben, und hüte Dich, daß deine Liebe nicht gleich einerglühend heißen, drückenden Luftbei

denen, welche Du liebſt, jedes Gefühl ver⸗ trockne. Bedenke, daß das menſchliche Gemüth eine eigenthümliche Unruhe in ſich trägt, welche zur Folge hat, daß es aller Einförmigkeit überdrüſſig wird und an einem klaren Himmel mehr Gefallen findet, als an einem umwölkten. Unterlaß es, beſtändig von deinem Gefühl und der Pein, die es Dir verurſacht, zu reden, darüber zu klagen und darauf anzuſpielen. Verbirg deine Leiden und deine wärmſten Wünſche in deines Herzens heimlichſten Winkel und laß deine Liebe in Thaten, nicht in Worten hervortreten. Glaube mir, ſie bedarf keiner gedrechſelten Phraſen; ſie zeigt ſich auch ohne dieß, und ſollte der Mann, den Du liebſt, ſie nicht in deinem ganzen Weſen erkennen, ſo verlierſt Du nicht dabei. Gedenke, daß der Kaſten des Reichen geſchloſſen wird, aber der des Armen offen ſteht.

Wenn es mir aber dennoch mißlänge?

Nun wohl, dann nimmſt Du deine getäuſchten Hoffnungen und legſt ſie in einen roſenrothen Um⸗ ſchlag und ſiegelſt ihn zu, ſo daß Niemand ahnen kann, was darin verborgen iſt, und findeſt dann eine Freude, einen Erſatz darin, daß derjenige, den Du lieb haſt, glücklich iſt. Um ſein Leben nicht zu ver⸗ bittern, umgürteſt Du Dich mit ſo viel Freude, daß die Wunde deines Herzens weder von ihm noch je⸗ mand anders entdeckt wird, wohl eingedenk, daß wir