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laſſen, denn ich würde fürs Erſte mich glückichdar⸗
über ſchätzen, daß mein Herz einmal den vollen und friſchen Schlag des reinſten und höchſten Gefühls, deſſen man fähig iſt, empfunden hat; ſodann, wenn ich entdeckte, daß es niemals in überſchwenglicher
Hlückſeligkeit ſein Gefühl mit demjenigen austauſchen könnte, welchen es liebte, ſo würde ich meine betro⸗
gene Hoffnung in die Umkleidung der Zufriedenheit büllen, wodurch meine getäuſchte Erwartung allen Blicken entzogen bliebe, und mein Kummer in ein muthiges Aufſuchen der Freudenſchätze ſich verwan⸗ delte, welche das Leben in ſo reichem Maaße beſitzt und zu bieten hat.— Und nun will ich meine Lie⸗
bespredigt ſchließen.“
„Noch nicht. Du haſt mir Deine Vorſchriften,
liebenswürdig zu ſein, noch nicht mitgetheilt, und die
Kunſt, geliebt zu werden, mich noch nicht gelehrt.“ „Dieß mag geſchehen, obwohl meine lange Rede Dir ſchon darüber hätte Aufklärung geben ſollen.“ Damit ſprang Clara auf einen der Sophas, ſchüttelte ihr ſchönes Haupt, als ob ſie damit einen unangenehmen Gedanken hätte verſcheuchen wollen, und nahm dann mit einem ſtrahlenden Lächeln wie⸗
der das Wort.
„Sei niemals ſentimental, weil Du dann, wie ich vorhin ſagte, langweiligund einförmig wirſt. Halte jede Anwandlung von Eifer⸗ ſucht zurück. Das iſt ein häßliches Gefühl, wel⸗ ches jeden, der ſich demſelben hingibt, ſchlecht kleidet und nur dazu dient, den kleinen muntern Liebesgott in die Flucht zu jagen; denn obſchon ihr ihn zu einem Krüppel gemacht, will er doch ſeine Luſt ha⸗
Schwartz, Ein Opfer ber Rache. 1I. 2


