7
Es lag etwas Beſtimmtes in Ernſts Stimme, als er mit Stolz ſein ſchönes Haupt emporrichtete und hinzuſetzte:
„Wenn Du mich einmal eine minder ehrliche Handlung begehen ſiehſt, dann magſt Du Dich in mein Thun und Laſſen einmiſchen; bis dahin will ich für mich ſelbſt Sorge tragen.“
„Du ſiehſt wirklich verdammt impoſant aus, mein lieber Ernſt; aber, mein Junge, Du weißt ja von Alters her, daß ich mich durch dergleichen Ge⸗ bahren nicht ſchrecken laſſe. Unterlaß es darum, mir gegenüber ſo hohen Trumpf auszuſpielen. Es wäre beſſer, Du ſprächeſt ehrlich und aufrichtig mit Deinem Bruder;— aber, wie Du wrillſt, eines Tags wirſt Du doch gezwungen ſein, dieß zu thun.“
„Gezwungen?“
„Ja, gezwungen und nicht anders. Doch laß uns nicht davon reden. Wünſcheſt Du, Frau von Saint Sue vorgeſtellt zu werden?“
„Von Dir?“ fragte Ernſt, und wiederum mit einem Anflug von Reid. „Warum nicht?“ Willſt Du, oder willſt Du nicht? Ich mache Dir jetzt dieſen Vorſchlag;
lehnſt Du es ab, ſo wird er niemals erneuert.“
„Gut. Ich will ſie ſehen.“
„Dein Wunſch ſoll erfüllt werden.“
II. Während das oben beſchriebene Geſpräch zwiſchen
den beiden Brüdern ſtattfand, wurde ein anderes zwiſchen Clara und Alfhild geführt. 3


