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„So denke ich auch, und dennoch leſe ich in jedem Deiner Züge unterdrückten Neid.“
„Neid, und worüber?“ rief Ernſt, indem er den Kopf emporwarf..
„Das iſt es eben, was ich mir nicht er⸗ klären kann. Vielleicht kennſt Du Frau von Saint Sue?“
„Nein, dem iſt nicht ſo.“
„Nun, dann kannſt Du auch nicht in ſie ver⸗ liebt ſein— Etwas, das ohnedieß nicht der Fall ſein könnte, da Du Deine Liebe Alfhild zugewen⸗ det haſt.“
„Und wer ſagt Dir, daß ich Alfhild liebe?“ fragte Ernſt heftig.
„Meine eigenen Augen, als ich Euch beiſammen ſah, und meine Ohren, welche deutlich vernahmen, daß Du ſie bei ihrem Vornamen nannteſt, als Du von Niemand gehört zu werden glaubteſt.“
„Da haben Deine Augen und Deine Ohren Dich betrogen. Ich war einmal auf dem Wege, mich in Alfhild zu verlieben, aber jetzt denke ich ganz ein⸗ fach. daß ſie ſchön iſt und daß es mir Unterhaltung macht, mit ihr zu ſprechen, das iſt Alles.“
„Ernſt, treibſt Du nicht ein falſches Spiel mit dem Mädchen?“.
„Deßhalb, weil ich in ihrer Geſellſchaft bin?“
„Nein, deßhalb, Daß Du ſie glauben läſſeſt, Du hegeſt wärmere Gefühle für ſie?“ Alrik, ich bitte Dich, überlaß Alfhild und mich uns ſelbſt. Wir beide haben eine alte Rechnung mit einander abzumachen, und dieſe will ich, ohne Einmiſchung von einem Andern, zu Ende führen.“


