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„Haben Sie Intereſſe für Gabriella?“
„Ja, auf Ehre und Gewiſſen.“
„Iſt es Ihnen gelungen, ihr Herz an ſich zu ziehen?“
Alrik warf Clara einen ſo finſtern Blick zu, als ob er ſie wegen dieſer kecken Frage auf der Stelle ermorden wollte. Aber da Clara ihm ganz unge⸗ ſcheut gleichfalls ins Auge ſah, ging er einige Mal im Zimmer auf und ab, blieb dann vor ihr ſtehen und ſagte:
„Meine Rolle iſt niemals von ſolcher Art ge⸗ weſen. Ich bin der moraliſche Arzt. Sie waren von mir beſtimmt, ein heilender Balſam für die Wunde ihrer Seele zu werden; darum habe ich we⸗ der deren Herz noch Zuneigung zu gewinnen ge⸗ ſucht; aber hätte ich das gewünſcht, ſo dürfen Sie überzeugt ſein, daß es mir auch gelungen wäre.
„Demnach liegt die Schuld an mir?“
„Allein an Ihnen.“
„Nun wohl, ſo ſagen Sie mir, was ich thun ſoll, um Gabriella zu beſtimmen, daß ſie ſich eng an mich anſchließt.“
„Sie lieben,“ war Alriks Antwort.
„Dazu iſt ſie mir noch zu fremd. Ich bin dank⸗ bar, innig dankbar; aber ſie lieben, das kann ich noch nicht.“
„Nicht!— und doch iſt ſie ſo unglücklich, daß der bloße Anblick derſelben das Herz rühren und es zwingen ſollte, dieſes leidende und einnehmende We⸗ ſen zu lieben. Der Egoismus macht es dem All⸗ tagsmenſchen unmöglich, einen Andern, als den zu lieben, welcher ihm Unterhaltung gewährt. Gäbe


