Teil eines Werkes 
Ein Opfer der Rache : Erzählung : 1. Band (1864)
Entstehung
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das ſtrenge Kloſtergeſetz vorſchrieb, dieſes Herz da⸗ zu verurtheilt, lebendig begraben zu werden.

Sie trat an eines der geöffneten Fenſter und ſchaute zu dem klaren Sommerhimmel hinaus.

Gabriella hatte mit ſo ergreifendem Gefühl ge⸗ ſprochen, daß Alrik gerührt wurde. Er blieb ſitzen und ſah ihr nach. So vergingen einige Minuten; endlich ſtand er auf, näherte ſich Gabriella und ſprach in leiſem, bittendem Tone:

Verzeihen Sie mir meine Worte um des Mo⸗ tivs willen, welches ihnen zu Grunde liegt. Eines Tages werden Sie dieſelben, ſo wie mich verſtehen.

Gabriella wondte ſich um, und ihre Blicke be⸗ gegneten ſich. Einen Moment ſahen ſie einander in die Augen, worauf Gahriella ihm ſchweigend die Hand reichte, welche er lebhaft küßte..

Es trat eine Pauſe ein; endlich unterbrach ſie Alrik mit den Worten:

Wenn Sie mit Ihrem abgeſchiedenen Leben diejenigen, welche Ihrer bedürfen, kränkten, demüthig⸗ ten und verletzten, wenn Sie denſelben Ihre Wohl⸗ thaten zuwürfen, wie man einem Bettler einen Pfen⸗ nig zukommen läßt, allein jeden Beweis von Freund⸗ lichkeit, welcher das Drückende des Bewußtſeins, von Anderer Barmherzigkeit leben zu müſſen, mildern könnte, ihnen entzögen, würden Sie dann Ihre Cou⸗ ſinen ſo fern von ſich halten und dieſelben durch eine ſolche Abſonderung verletzen? Von ihnen und allen Nachbarn muß dieß als ein Zug von Ueber⸗ muth betrachtet werden, darum weil Sie reich und jene arm ſind.

Uebermuth! wiederholte Gabriella.O mein