Teil eines Werkes 
Ein Opfer der Rache : Erzählung : 1. Band (1864)
Entstehung
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meinen düſtern Stunden die Arme ausgeſtreckt und in verzweifeltem Schmerze geklagt, daß es für mich auf der ganzen Welt kein Weſen gibt, das mich lieb hätte, das meinen Kummer theilte und milderte, an deſſen Bruſt ich weinen könnte, das ich zu lieben das Recht beſäße... k

Sie ſchwieg; eine leichte Purpurwolke ſtieg auf ihren Wangen auf, als ſie den zärtlichen Ausdruck gewahrte, welcher in Alriks hellblauen, ehrlichen Au⸗ gen, als er ſie jetzt anſah, zu leſen war.

Nun wohl, gnädige Frau, was hat Sie gehin⸗ dert, dieſen Wunſch Ihres Herzens erfüllt zu ſehen?

Mein unglückliches Verhängniß, antwortete Gabriella düſter und erhob ſich.Mein Verhäng⸗ niß, welches das einzige Mal in meinem Leben, da ich fühlte, daß die Liebe die Wunde der Seele hei⸗ len könnte, zwiſchen mich und die aufdämmernde Hoffnung trat, mir gebot, ihr zu entſagen, und mir zur Pflicht machte, Jedermann von mir zu entfer⸗ nen, der mir ſeine Zuneigung widmen wollte. Mein Verhängniß, welches mir befahl, Alles weit von mir zu werfen, was mir Freude machen oder Troſt ge⸗ währen könnte; mein Verhängniß endlich, welches ſo grauenvoll jeden verfolgt, der ſich gegen meinen Willen mir zu nähern ſucht. Und Sie ſagen, daß meine Abſonderung Egoismus ſei!

Gabriella legte die Hand aufs Herz und ſetzte mit tiefer Bewegung hinzu:

Es hat dieſes Herz blutige Thränen gekoſtet; es iſt meiner nach Liebe dürſtenden Seele Gewalt angethan worden; aber ich habe, wie es ehmals