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beweist, daß Ihre Seele bei vollem Le⸗ en iſt.“
„Aber inwiefern bin ich denn Egoiſtin? Welche Freude, welchen Genuß habe ich?“
„Ich könnte antworten: Sie ſind Egoiſtin deß⸗ halb, weil Sie allen Freuden und Genüſſen entſa⸗ gen, indem Sie ſich einbilden, in Ihrer Abſonde⸗ rung von Andern am glücklichſten zu ſein. Sie laſſen ſich ein prachtvolles Schloß bauen, angefüllt mit Allem, was Reichthum, Thorheit und Lurus auftreiben können, und in dieſem glänzenden Sarge begraben Sie in aller Bequemlichkeit ſich und Ihren Kummer, von der irrigen Vorſtellung geleitet, daß ſie damit das einzige Glück, welches das Leben Ihnen zu bieten hat, genießen. Iſt dieß nicht Egoismus?“
Alrik hatte ſich in ſeinem Seſſel zurückgelehnt und fixirte Gabriella. Ihre Züge nahmen einen ge⸗ miſchten Ausdruck von Bitterkeit und Schmerz an, während ſie, ohne ihn anzuſehen, beinahe mehr mit ſich ſelbſt redend, zur Antwort gab:
„So ungerecht urtheilen die Menſchen, weil ſie ihre Schlüſſe nur nach dem machen, was ſich ihren Blicken darſtellt. Wie ganz anders würde unſer Urtheil ausfallen, wenn wir in das Herz derer, welche wir tadeln, einen Blick werfen könnten.“
Sie wendete dann Alrik ihr Geſicht zu und fuhr fort:
„Auch Sie, Herr Welwort, urtheilen nach dem äußern Schein. Wie ſehnſüchtig hat nicht mein Herz gewünſcht, ein Weſen zu beſitzen, das ich lieben, für das ich leben könnte. Wie oft habe ich nicht in
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