Teil eines Werkes 
Ein Opfer der Rache : Erzählung : 1. Band (1864)
Entstehung
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Eine Woche nach Alfhilds Abreiſe hatte gegen Gabriella geäußert:

Wiſſen Sie, was der Grund Ihrer Vorliebe für eine abgeſonderte Lebensweiſe iſt?

Meine kummervollen Erinnerungen.

Nein, Ihr Egoismus.

Jetzt verwunden Sie mich wieder durch eine ungerechte Beſchuldigung, erwiederte Gabriella, während ſie gelinde erröthete.

S werde Ihnen ſogleich beweiſen, daß ich Recht abe.

Ach! Sie werden mir am Ende beweiſen, daß ich ein ebenſo unglücklich gebildeter Charakter, als ein durch Leiden zermalmtes Menſchenkind bin, er⸗ wiederte Gabriella bekümmert.

Gnädige Frau, wenn Sie zum Beiſpiel den kalten Brand an einer Hand hätten, glauben Sie, der Arzt würde ſich hinſetzen und ſein Bedauern über Sie ausſprechen, anſtatt ſich bereit zu machen, mit ſei⸗ nen beſten Inſtrumenten das tödlich kranke Glied von ihrem Körper abzulöſen, um Ihnen dadurch Ret⸗ tung zu bringen? So thue auch ich. Meine Worte ſind die ſcharfen Inſtrumente, meine Handlungen die Operation ſelbſt. Ich bin ein geiſtiger Wundarzt.

Nur mit dem Unterſchiede, daß man von Ihnen ſagen kann, ſie operiren eine Leiche, denn ich bin geiſtig todt.

Ein vollkommener Irrthum; denn wenn Sie Recht hätten, könnten Sie nicht durch meine Worte verwundet werden. Die Todten ſind gefühllos, und Sie ſind ſowohl für Schmerz als Zorn empfänglich. Ueberdieß ſind Sie, wie ich ſo eben ſo