162
Wenn Gobriella Widerſtand leiſtete, konnte Alrik unter den ſchonungsloſeſten Ausfällen behaupten, ſie lebe nur darum in ſolcher Abgeſchiedenheit, weil ſie die allgemeine Aufmerkſamkeit auf ihre Perſon zu ziehen wünſche.
Auf dieſe Art gelang es ihm wirklich, ſie auf⸗ zubringen, und in ihrem Zorn nahm ſie dann, um den Beweis zu liefern, daß ſie nicht die Sclavin einer ſo kleinlichen Eitelkeit wäre, an verſchiedenen Ausflügen Antheil.
Alrik übte auf Gabriella einen wahrhaft auffal⸗ lenden Einfluß. Zuweilen ſah es allerdings aus, als ob ſeine Angriffe ſie tief verwundeten und er⸗ müdeten; und man konnte in ſolchen Augenblicken glauben, ſeine Gegenwart wäre ihr unangenehm; aber auf der andern Seite offenbarte ſich deutlich, daß ſie ihn vermißte, wenn er nicht käm, und daß er ſie mit ſeinem ſtarken Willen und kraftvollen Cha⸗ rakter Peherrſchte.
Alfhild hatte ſich bei der Familie des Majors zu Aker einquartirt, weil auf dem Beſitzthum deſſel⸗ ben die Brunnenanſtalt S* gelegen war, und der Arzt ihr dort die Kur zu trinken verordnet hatte.
Clara war ſomit zu Klein⸗Wettersnäs ganz allein.
Eine beſondere Laune des Schickſals hatte es ſo gefügt, daß Ernſt genau während der Kurzeit ſich nach Aker verfügen mußte, um die Vermeſſungen, die er dort vorzunehmen hatte, in Vollzug zu ſetzen.
Als ein wohlgelittener junger Mann, der bei Allen gern geſehen wurde, erhielt er von dem Major die Einladung, zu Aker ſein Gaſt zu ſein, ſo lang er im Kirchſpiele Verrichtungen hätte.


