159
Verhängniß, dadurch daß Sie ſich einbilden, einem ſolchen verfallen zu ſein.“
„Sie wiſſen nicht, welche furchtbare Wahrheit in dieſen Worten liegt: Sie ſelbſt ſind Ihr Verhäng⸗
niß,“ flüſterte Gabriella in einem Ton, ſo kummer⸗ voll, daß er eine ganze Welt von Schmerz in ſich
trug..
„Ich wünſchte, ich könnte Sie in einem Nu auf meine ſtarken Arme nehmen, Sie weit aus dieſer Einſamkeit, aus dieſen finſtern Phantaſien hinweg⸗ tragen und auf einer der ſonnenhellſten Höhen des Lebens niederſetzen, um Ihnen dort zu zeigen, wie ſchön das Daſein iſt, welche unermeßlichen Schätze zu edeln Genüſſen und wahrer Freude es beſitzt. Sie würden dann dieſe weichliche Nachgiebigkeit an Ihren Trübſinn weit von ſich werfen und mit aufwärts gerichtetem Blick durch Arbeit und durch das Be⸗ ſtreben, zu nützen, Gott und dem Lichte näher zu kommen ſuchen. Doch, was ich jetzt nicht vermag, das wird mir in den drei beſtimmten Monaten aus⸗ zuführen gelingen, deſſen dürfen Sie verſichert ſein.“
„Sie beſitzen vielleicht mit Grund einen feſten Glauben an ſich ſelbſt,“ entgegnete Gabriella mild.
„Halten Sie meinen Glauben an den Erfolg deſſen, was ich will, nicht für ein ungehöriges Selbſt⸗ vertrauen, ſondern für das, was es iſt, eine feſtge⸗ wurzelte Ueberzeugung, daß, wenn man das Rechte will, man es mit Kraft wollen muß, ſofern man
nämlich den Wunſch hat, daß es gelingen ſoll. Dieß
iſt bei demjenigen der Fall, welcher ſich durch und Mißgeſchick nicht niederſchlagen äßt.“
4


