Teil eines Werkes 
Ein Opfer der Rache : Erzählung : 1. Band (1864)
Entstehung
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Führe Herrn Welwort in den Salon und trage dort das Frühſtück auf, ſagte Gabriella.

Die Magd ſtierte ihre Gebieterin ganz beſtürzt einige Sekunden an, ging aber dann, um den Befehl zu vollziehen.

Frau von Saint Sue nahm ihren Weg nach dem Salon.

Sie war kaum eingetreten, als die gegenüber befindliche Thüre geöffnet wurde, und Alrik lebhaften und ſchnellen Schritts ihr entgegen kam.

Gnädige Frau, vergeben Sie mir, daß ich ſchon ſo frühe Ihre Ruhe ſtöre, ſagte er,aber ich mußte hieher, um mich zu überzeugen, daß Sie ſich geſtern nicht erkältet haben, und Ihnen zu beweiſen, daß ich nicht das Opfer Ihres ungluͤcklichen Verhäng⸗ niſſes geworden bin.

Ich danke!

Gabriella äußerte nur dieſe zwei Worte, aber der Ton, womit ſie geſprochen wurden, und der Blick, wovon ſie begleitet waren, verrieth Nichts von jenem ſeelenloſen Gepräge, welches ihr ſonſt eigen war. Sie machte mit der Hand eine einladende Bewe⸗ gung, um Alrik Platz nehmen zu heißen, und fuhr dann fort:

Sie haben mich geſtern Abend eine gräßliche Seelenmarter durchmachen laſſen.

Schwere Schmerzen ſind nur durch ähnliche zu vertreiben, antwortete Alrik lächelnd.

Jetzt erſt ſah Gabriella, daß Alrik einen Arm in der Binde trug.

Schrecken malte ſich in ihrem Antlitz, als ſie zu ihm aufſah.