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heit entrückt. Die gewöhnlich ſo hoffnungsloſe und gegen ihre ganze Umgebung ſo gleichgültige Stim⸗ mung war wie weggeblaſen, und ihre Gedanken weil⸗ ten bei Alrik mit einer Miſchung von Wehmuth und auftauchender Hoffnung. Unruhe, Furcht, Angſt, Freude, Dankbarkeit und ein anderes, ihr noch un⸗ erklärliches Gefühl hatten einander ſo ſchnell abge⸗ löst, daß ſie einen vollkommenen Aufruhr in ihrem Innern zurückließen. Im Wachen wie im Schlafen durchlebte ſie noch einmal dieſe Gemüthserſchütterun⸗ gen, und den Schluß dieſer Wiederholung bildete die innigſte Dankbarkeit und Freude, daß er gerettet worden war.
Am folgenden Morgen, als ſie erwachte, ſchlug ihr Herz noch gleich unruhig. Ihr erſter Gedanke flog ihm zu. Die gewöhnlich tödtende Geiſteser⸗ ſchlaffung, welche ſie bei dem Gedanken empfand, wieder einen ganzen Tag unter der Bürde ihrer unheil⸗ baren Melancholie hinſchleppen zu müſſen, beherrſchte ſie heute nicht mehr.
Sie kleidete ſich mit ungewöhnlicher Eile an. Gerade als ſie im Begriff ſtand, ihr Schlafzimmer zu verlaſſen, erſchien eine ältere dienende Perſon, mit einer Karte in der Hand, und ſagte, dieſelbe ihrer Gebieterin überreichend:
„Es iſt ein junger Herr draußen, der ſich durch⸗ aus nicht abweiſen laſſen will. Er behauptet, von Euer Gnaden hieher gerufen worden zu ſein, und zwang mich, dieß abzugeben.
Gabriella nahm die Karte. Sie wußte bereits, ohne die Augen darauf zu werfen, welchen Namen ſie darauf finden würde.


