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Biſt Du einmal, mein lieber Leſer, wenn es ſtürmte, am Strande geſtanden und mit ängſtlichem Blick den Anſtrengungen eines Menſchen gefolgt, wenn er mit dem aufrühreriſchen Elemente kämpfte, und Du jeden Augenblick erwarteteſt, ihn von den erzürnten Wogen verſchlungen zu ſehen?— Wenn Du das gethan, dann haſt Du einen ſchwachen Be⸗ griff von den Gefühlen, welche Gabriella's Bruſt erfüllten, als ſie mit ihren Blicken Alriks Boot auf ſeiner abenteherlichen Heimkehr folgte.
Bei jeder Woge, welche brüllend gegen das kleine Fahrzeug anſtürzte, ſchloß ſie die Augen und fühlte ſich verſucht, laut aufzuſchreien, da ſie überzeugt war, dieſelbe würde das Boot und den Ruderer in ihrem Schooße begraben; aber wenn ſie die Augen wieder öffnete, fand ſie das Boot auf der Spitze der Welle, und es ſah dann aus, als ob es von ſeiner Höhe auf einmal in die Tiefe hinabgeſchleudert werden ſollte.
Bei jeder Woge dieſelbe Angſt, dieſelbe Gefahr; es war die grauſamſte Tortur der Seele.
Gabriella vergaß dabei Alles außer dem kleinen Fahrzeug, an welches ihr ganzes Herz, alle ihre Ge⸗ fühle gefeſſelt zu ſein ſchienen. Es kam ihr vor, als ob ſie den verwegenen Ruderer mit ganzer Seele geliebt hätte; und dennoch blieb ſie unbeweglich auf der Brücke ſtehen, wo die aufgeregten Wogen wie raſend anſchlugen und ſie mit ihrem Schaum be⸗ ſpritzten, während der heulende Sturm ihr Gebrüll akkompagnirte.
Gabriella aber hörte Nichts, hatte für Nichts Sinn, als für Alrik und ſein Boot.


