Teil eines Werkes 
Ein Opfer der Rache : Erzählung : 1. Band (1864)
Entstehung
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ſein faſt bildſchönes Haupt trug, zu widerſprechen ien.

Wenn er von Poeſie oder Muſik ſprach, war der Ausdruck ſeines Geſichts von ſolcher Art, daß er einem Apollo glich. Redete er von irgend einer männlichen Großthat, ſo blizte ſein Auge, die Adern ſeiner Stirne ſchwollen an, und man wäre zu be⸗ haupten geneigt geweſen, ſo müſſe Mars ausgeſehen haben. Mit kurzen Worten: Dieſes Angeſicht konnte den Ausdruck aller möglichen Gefühle annehmen und ſo ungleiche Charaktere wiedergeben, daß man darüber in Erſtaunen gerieth, während daſſelbe dennoch wiederum nur höchſt ſelten das errathen ließ, was in ſeinem Innern vorging.

Alrik hatte in ſeiner ungenirten Weiſe neben Clara Platz genommen und begann mit ihr gerade ſo zu ſprechen, als ob ſie von zehn Jahren her Rüt einander bekannt geweſen wären.

Als Alfhild und Ernſt eine Weile von ver⸗ ſchiedenen Dingen ſich unterhalten hatten ſagte ſie:

„Kennen Sie, Herr Ingenieur, in der Nachbar⸗ ſchaft Jemand, der Sänger iſt?“

Alfhild heftete bei dieſen Worten ihre dunkeln Augen auf ihn, als wollte ſie keine Veränderung, die in ſeiner Miene vorging, ſich entgehen laſſen.

„Auf eine Meile Abſtand wüßte ich Niemand, ich ſo benennen könnte, wenn nicht mich ebſ

„Sie haben uns niemals früher geſagt, daß Sie ſingen,“ fuhr Alfhild fort und ihre Augen wurden dunkler.

„Ich unterließ es deßhalb, weil ich nur ein