Teil eines Werkes 
Ein Opfer der Rache : Erzählung : 1. Band (1864)
Entstehung
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des, während ihre Wangen eine höhere Färbung annahmen.

Einige Augenblicke nachher begrüßten Alrik und die beiden Mädchen, welche unter den Bäumen aßen.*

Alfhild erſchien noch ſteifer und kälter als ge⸗ wöhnlich, da ſie Alriks Gruß beantwortete; hin⸗ gegen lag ein dunkler, warmer Ausdruck in ihrem Blicke, als ſie Ernſt die Hand reichte und ihn will⸗ kommen hieß.

Ernſts Miene war lebhafter als ſonſt, da er neben Alfhild Platz nahm und auf eine eigen⸗ thümlich vertrauliche Weiſe mit ihr zu ſprechen be⸗

ann. Wenn man dieſe beiden jungen Leute neben einander ſah, konnte man ſich des Gedankens nicht enthalten: was für ein ſchönes Paar; denn beide waren von ungewöhnlichem, vortheilhaftem Ausſehen.

Ernſt, nicht völlig ſo hoch gewachſen und ſo ſtark von Gliedern, wie ſein Bruder, beſaß den⸗ noch einen ſchönern und mehr ſymmetriſchen Kör⸗ perbau. Die Geſichtszüge waren im höchſten Grade regelmöfig, das Haar gelockt und dunkel kaſtanienbraun, die Augen groß und tiefblau, wie der Abendhimmel. Der Mund war von einem zier⸗ lichen, feinen Schnurrbart überſchattet und mit ſchnee⸗ weißen Zähnen beſetzt. Das glattraſirte, nur nach unten von einem dunkeln Bart umſäumte Kinn hatte eine eigenthümliche, kühne Krümmung, welche dem Ganzen ein entſchloſſenes und energiſches Gepräge gab, dem jedoch die anſpruchsloſe Weiſe, wie