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Hier trat eine Stille ein, welche Birger durch eine Erkundigung nach Gabriella unterbrach.
„Willſt Du ſie ſehen?“ fragte der Oberſt, anſtatt darauf unmittelbar zu antworten.
„Ja, es würde mich freuen, denn aus deinem Briefe, Papa, habe ich erſehen, daß ſie geſund iſt.“
„Geſund!“ wiederholte der Oberſt mit einem bittern Lächeln.„Das arme Mädchen, ſie wird nie⸗ mals wiederum werden, was ſie einſt geweſen, ein geſundes, fröhliches und blühendes Kind.“
Er öffnete die Thüre und rief Gabriella..
Nach einigen Augenblicken trat ein kleines ſchlan⸗ kes Mädchen ein. Der Gang war langſam, und ihren Bewegungen fehlte es an allem Gepräge ju⸗ gendlicher Lebhaftigkeit. Sie ging auf ihren Vater zu, ohne auf Birger zu achten, welcher mit Aufmerk⸗ ſamkeit das ſechszehnjährige Kind betrachtete.
„Du haſt mich gerufen, Papa, was willſt Du?“
Ihre Stimme war ſchwach und hatte einen ei⸗ genthümlich wehmüthigen Konfall.
„Ich wünſche, daß Du deinen Bruder Birger begrüßeſt, antwortete der Oberſt, ſeiner Tochter goldgelbe Locken ſtreichelnd;„Du haſt ja das Ver⸗ langen ausgeſprochen, ihn zu ſehen.“
„Allerdings“, erwiederte Gabriella indem ſie mit einem Ausdruck der Ermüdung ihren Kopf an des Vaters Schulter lehnte und ihren Arm um ſeinen Hals legte.
„Drehe Dich um, ſo haſt Du ihn vor Dir,“ ſagte der Oberſt, ihren Kopf emporhebend.
„Er iſt hier!“ rief Gabriella und wandte ſich zu Birger um. Schwartz, Ein Opfer der Rache. I. 3


