Teil eines Werkes 
Ein Opfer der Rache : Erzählung : 1. Band (1864)
Entstehung
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* 34 Der junge Mann war mit geſpannter Aufmerk⸗ ſamkeit allen ihren Bewegungen gefolgt, und ein Ausdruck inniger Theilnahme weilte auf den ſchönen und ehrlichen Zügen; als aber Gabriella ihr feines, bekümmertes Antlitz ihm zukehrte und ein paar milde blaue Augen, denen es an allem Glanz gebrach, auf ihn heftete, da gaben ſich in der Miene des Bru⸗ ders die Zeichen wirklichen Schmerzes zu erkennen.

Der Oberſt, welcher den beinahe peinlichen Ein⸗ druck bemerkte, den ſie auf Birger hervorbrachte, ſtieß einen Seufzer aus und ſagte:

Das, Birger, iſt deine Schweſter, bei welcher Du einmal Vatersſtelle vertreten ſollſt. Du biſt alſo Birger, fiel Gabriella ein und reichte ihm beide Hände. Birger faßte dieſelben mit Heftigkeit, zog ſie dann in ſeine Arme und ſprach mit jugendlicher Lebhaftigkeit und Wärme.

Ach! ich will Dir beides, Vater und Bruder ſein, armes, armes Kind; und nicht wahr, Gabriella, Du wirſt mich recht herzlich lieb haben.

Das Mädchen legte den Arm um ſeinen Hals, lehnte den Kopf an denjenigen des Bruders und flüſterte:

Gabriella darf Niemand lieb häben.

In dieſem Moment fielen ihre Augen auf Bir⸗ gers Weſte mit breiten, purpurrothen Sammeträn⸗ dern; ſie ſtieß einen durchdringenden Schrei aus und rief:

Blut, Blut!

Dann fiel ſie beſinnungslos in Birgers Arme.

Während ſie noch in Ohnmacht lag, bat der Oberſt ſeinen Sohn, die Weſte zu wechſeln, dam