unglücklich zu machen, als deine Mutter geworden iſt
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ſtattliche Haltung gekrümmt, und das ſcharfe Auge matt und düſter geworden. Er hatte ſich in einen
Greis verwandelt.
„Ich wünſche,“ äußerte der Oberſt gegen ſeinen Sohn,„daß Du ein paar Jahre in Europa herum⸗ reiſeſt. Willſt Du als Juriſt etwas Anderes, als einer von jenen Dutzendſchreibern werden, welche die Gerichtslokale bevölkern, ſo mußt Du Dir genügende Kunde von der Geſetzgebung jedes Landes verſchaffen und zugleich möglichſt viel Menſchenkenntniß Dir einzuthun ſuchen. Beides erlangt man durch Reiſen. Ein Richter muß vor allen Dingen ein aufgeklärter Mann ſein und vollkommene Herrſchaft über ſeine Leidenſchaften ſich erworben haben. Vermagſt Du dein eigenes Herz nicht zu regieren, dann darſſt Du Dich nicht auf den Richterſtuhl ſetzen und über Andere ein Urtheil fällen. Im Uebrigen,“ ſetzte der Oberſt hinzu, indem er ſich mit der Hand über die Stirne fuhr,„wäre es wünſchenswerth, wenn jeder junge Mann lernte, daß zügelloſe Nachgiebigkeit ge⸗ gen unſere Begierden zu großem Unheil führt, daß wir oft die Verirrung des Augenblicks mit dem Ver⸗ luſt unſeres innern Friedens bezahlen müſſen. Doch das ginge noch an, wenn wir nur ſelbſt darunter zu leiden hätten; aber es gibt noch etwas Schlim⸗ meres, und das iſt, daß unſere Fehler auch zu dem
Unglück und dem Leiden derer, die wir lieben, den
Grund legen. Bedenke darum, wenn die Verſuchung Dich vom Pfade des Rechts hinweglocken will, daß
Du ſelbſt ein Kind der Verirrung biſt, und laß Dich
dadurch abhalten, deinerſeits andere Frauen


