„—
29
Ob Godard dieſen Zuruf hörte, laſſen wir dahin⸗ geſtellt; ſo viel iſt gewiß, daß er keine Aenderung in ſeinem Ausſehen hervorzubringen vermochte.
Endlich war man vor dem Hauſe des Bräuti⸗ gams.
Das Gemälde, welches ſich hier darſtellte, brachte ihn zum Zittern.
Die Wohnung war von Leuten und Gensdarmen angefüllt. Man war im Begriff, ſeine Papiere zu durchſuchen, und er ſelbſt wurde, gerade da er über ſeine eigene Schwelle treten wollte, in Verhaft ge⸗
nommen.
Er, der Mann, welcher mit ſo vieler Gehäſſigkeit Andere denuncirt und mit der größten Unbarmher⸗ zigkeit den Familienvater von ſeinem Heimweſen, den. Sohn von der Mutter, den Liebenden von der Ge⸗ liebten hinweggeriſſen hatte, um ſie dem blutdürſtigen Richter zu überantworten, deſſen einziges Urtheil auf die Guillotine lautete, wurde jetzt, als überwieſen, daß er mit conſpirirenden Emigranten einen heimlichen Briefwechſel unterhalten hatte, in den Kerker hinweg⸗ geſchleppt.
Godard war bei dem Ausbruch der Revolution einer von den Erſten geweſen, welche ſich den Män⸗ nern des Umſturzes angeſchloſſen hatten, aber einzig und allein um ohne Verdacht der Gegenpartei Dienſte leiſten und den Briefwechſel zwiſchen den Emigranten und Royaliſten fördern zu können.
Mutter Tourlé, die in der angſtvollen Verzweif⸗ lung, welche ihr Herz erfüllte, ſeitdem Pauline ſi für ihre Rettung aufzuopfern beſchloſſen hatte,


