18
„So, ſo, und zu welchem Zweck?“ fragte Mutter Tourlé.
„Das werden Sie ſogleich erfahren. Sie wiſſen wahrſcheinlich nicht, daß dieſelbe in Ihrer Abweſenheit täglich im Dorfe und in Geſellſchaft der jungen Leute geweſen. Sie iſt mit den ledigen Burſchen daſelbſt zuſammengekommen und hat ſich Manches erlaubt, was ſie nicht wagte, ſo lang Sie daheim waren.“
„Hören Sie, Vater Godard, Sie lügen,“ fiel Mutter Tourlé heftig ein.
„Fragen Sie das Mädchen ſelbſt. Ich, der ich höchſt ſelten unter die Leute gehe und im Allgemeinen wenig Notiz von Andern nehme, würde heutigen Tags noch von dem Daſeyn Ihrer Enkelin gar nichts wiſſen, wenn dieſelbe nicht auf ihren Wanderungen nach und von dem Dorfe an meiner geringen Wohnung vorbei gekommen wäre. Ich fragte nach, wer ſie wäre, uund als ich erfuhr, daß dieſelbe mit Ihnen verwandt ſſey, dachte ich: das Mädchen iſt ein Kind, die einzige Stütze, welche ſie hat, eine alte Frau, und dieſe ver⸗ mag ſie nicht vor dem Unheil in der Welt und vor den Gefahren, welche jetzt täglich um uns herum ſich erheben, zu ſchützen. Mutter Tourlé ſollte ſomit ihre Enkelin verheirathen.“
So werde ich auch thun, Vater Godard, aber orher muß ich einen ſolchen Mann finden, der meines achtens dem Mädchen anſteht.“
„Sie haben demnach einen ſolchen noch nicht gefunden?“ „Nein.“


