Teil eines Werkes 
5. Band (1865) Pauline / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Dr. Otto gen. Reventlow
Entstehung
Einzelbild herunterladen

17

Armer König! Arme Königin!

Pauline konnte ſeitdem mit ihren Gedanken und ihrer Einbildung von dem franzöſiſchen Könige nicht loskommen. Sie träumte von dem Kerker, wo er gefangen ſaß, und ſtellte ſich vor, daß ſie es wäre, welche den König, die Königin und die königlichen Kinder in Freiheit ſetzte.

Den Tag nach Mutter Tourlé's Heimkehr,

während Pauline und Baptiſt im Garten ſich befan⸗ den, und die alte Frau gerade im Begriff war, von den häuslichen Angelegenheiten, welche, wie ſie fürch⸗

tete, während ihrer Abweſenheit in einige Unordnung gerathen waren, Einſicht zu nehmen, kam eine der Mägde mit erſchrockener Miene herein und ſagte:

Vater Godard iſt draußen und will mit Ihnen ſprechen.

Godard! rief die alte Frau.Was kann der Menſch von mir wollen?

Etwas Gutes gewiß nicht, meinte das Mäd⸗ chen;und darum thäten Sie am beſten, wenn Sie ihn nicht annähmen.

Glaubſt Du? Ich bin jedoch anderer Meinung, und darum führe Du ihn nur herein. Mutter Tourlé iſt keine ſo feige Memme, daß ſie dem faulen nicht es Weiße des Auges ſehen könnte.

Nach einer kleinen Pauſe trat Godard Ohne weitere Einleitung begann derſelbe, nachdem gegrüßt hatte:

Sie haben eine ſchöne Enkelin, Mutter Tourle, und ich bin um einige Worte von ihr zu reden.

Schwartz, Novellen. V.

1