Teil eines Werkes 
5. Band (1865) Pauline / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Dr. Otto gen. Reventlow
Entstehung
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Dieß war jedoch eine Ueberzeugung, welche Pauline ganz und gar nicht theilte. Sie hatte es gern, Erzählungen zu hören, bei denen es ſie vor Entſetzen, ſo zu ſagen, kalt überlief, und oft, wenn man im Dorfe von den Ereigniſſen zu Paris redete, war bei dem jungen Mädchen der Wunſch aufgeſtie⸗ gen, auch dort zu weilen und daran Theil zu nehmen, oder wenigſtens Zuſchauerin bei dieſen großartigen und wunderlichen Begebenheiten zu ſeyn, welche ſie jedoch im nächſten Augenblick um irgend eines mun⸗ tern Scherzes willen wieder vergaß.

Ein Mädchen von ſechszehn Jahren findet ge⸗ wöhnlich mehr Freude daran, von ſeiner eigenen kleinen Perſon, als von Politik reden zu hören.

Pauline vergaß die Bewegungen in Frankreich, um das ſich vorzuhalten, daß ſie ſchön war, bis irgend ein neuer Anlaß ihre Gedanken zu dem großen Drama, welches in Paris aufgeführt wurde, zurückleitete.

Da ſie aus Mutter Tourlé's Worten den Schluß ziehen konnte, daß irgend ein neuer Akt geſpielt worden war, hatte ſie keine Ruhe, bevor ſie Baptiſt allein zur Hand bekam und derſelbe ihr berichtete, wovon er Zeuge geweſen war.

Baptiſt erzählte auch ganz ausführlich, wenn auch nicht vollkommen wahrheitsgetreu, von der Er⸗ ſtürmung der Tuilerien, der Gefangenſetzung Lud⸗ wigs XVI. und ſeiner Familie u. ſ. w.

Mit großen Augen und verwunderter Miene horchte das Mädchen. Als er ſchilderte, was er von

den Leiden der königlichen Familie gehört hatte, füllten ſich Pauline's Augen mit Thränen und ſie rief: