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„O, mein Kind,« ſagte die ſichtlich ergrif⸗ fene Seherin: vich habe ſie empfunden, dieſe Wuͤnſche, ich habe ſie gekannt, die Bande des Bluts— ach! auch ich hatte Freunde und Ver⸗ wandte, die mich liebten— doch das iſt Alles dahin, des Ungluͤcks Abgrund hat uns getrennt!«
„Ich bin aber auch ungluͤcklich und doch iſt mein Herz nicht erſtorben füs die Freuden des Lebens.«
„Auch kannten Sie noch nicht die voͤllige Verzweiflung, nicht den Verluſt von Allen, die Sie liebten, kein ganz unerſetzliches Ungluͤck.«
» Und doch ſah ich, wie Sie, meine ganze Familie ſterben; mein Schmerz war in den er⸗ ſten Tagen ſo heftig, daß ich oftmals den Ver⸗ luſt meines Verſtandes fuͤrchtete; aber die Zeit hat mich beruhigt, und ich denke meiner voran⸗ gegangenen Lieben, als abweſende, wieder mit
mir vereinigt werdende Freunde.«
„Tochter/« ſagte Marie:»Dein Herz iſt er er⸗ gebner und ſanfter, als das Meinige; das Un⸗ gluͤck hat Dich nur gebeugt, mich aber hat es vernichtet. Doch mein Verluſt war auch groͤ⸗


