Teil eines Werkes 
3. Band (1875)
Entstehung
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Es war ein Beweis der höchſten Intimität, daß ſich die beiden Frauen ohne ihre Titel anſprachen.

Gott ſei Dem gnädig, den die Zwei zwiſchen den Zähnen haben, dachte ſich Wacker, der eben in einiger Entfernung von den gegenſeitig heftig in ſich hinein⸗ redenden Weibern vorüberging, um ſich zu Herrn Doc⸗ tor Rappel zu begeben, bei dem er ſich in letzter Zeit öfter einfand, um ihm Geſellſchaft zu leiſten, das heißt, um dieſelben Tiraden, die der Advocat von jeher ge⸗ ſprochen, immer und immer wieder geduldig anzuhören.

So beliebt Baron Sternenkron ſich namentlich da⸗ durch in der letzten Zeit gemacht hatte, daß er den Handwerksmeiſtern in Lindenheim vielfache Beſchäfti⸗ gung gegeben, ſo hatte er ſich doch der Gefahr ausge ſetzt, allen Tadel gegen ſich herauszufordern durch den Streich, den er den guten Lindenheimern mit ſeiner Trauung ſpielte.

Fräulein Levasco war Abends mit Extrapoſt an⸗ gekommen. In ihrer Begleitung befand ſich eine neue Kammerfrau, die erſt wenige Tage vorher ihren Dienſt angetreten und ihre neue Gebieterin früher gar nicht gekannt hatte.

Baron Sternenkron hatte ſeine Braut aus dem Wagen gehoben, ſie auf ihre Zimmer geleitet und war bald hernach nach Sternheim zurückgekehrt, während Fräulein Levasco ſich frühzeitig zur Ruhe begab.

Am andern Morgen kam, ebenfalls mit Extrapoſt, Herr Aegidius Keller an, der ſich bei dem ihn begrü⸗ ßenden Poſthalter ſofort erkundigte, ob Fräulein Le⸗ vasco ſchon eingetroffen ſei. Auf die bejahende Ant⸗