Teil eines Werkes 
3. Band (1875)
Entstehung
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Ich komme bald wieder, vergeſſen Sie mich bis dahin nicht.

Freilich hatte er ſie bei dieſen Worten ſo ſeltſam tief und eindringend angeſchaut, daß ſie es bis hinein in ihr heftig hämmerndes Herzchen verſpürt hatte und recht ärgerlich über ſich ſelber geworden war, daß ſie gar ſo ungeſchickt und unbehülflich ſei, denn ſie hatte dem Aegidius, der doch ſo freundlich dabei ausgeſchaut, gar keine Antwort zu geben gewußt.

Seitdem Anna ſich durch die Thatſachen hatte be⸗ lehren laſſen, wie ſchlimm die Klätſchereien in Linden⸗ heim mit Aegidius umgeſprungen und wie leichtſinnig man über ihn Erfindungen weitergetragen, hatte ſie ein großes, ja unbegrenztes Vertrauen gegen den ehe⸗ maligen Mündel ihres Onkels. Der Umſtand, daß Aegidius mit ſo viel Gleichmuth die über ihn ausge⸗ ſtreuten Gerüchte ertragen und ihnen nichts weiter, als eine völlige Nichtbeachtung entgegen ſetzte, hatte dem jungen unerfahrenen Mädchen einen gar gewaltigen Reſpect vor dem Charakter des jungen Mannes ein⸗ geflößt. Und als der Verlobung der fremden Dame auf derPoſt mit dem Baron Sternenkron bald die⸗ jenige von Apollonia mit Herrn Emil Mohl folgte, ſchalt ſich Anna recht herzlich aus, daß ſie anfänglich den Klatſchereien, die ihr von Gertrud, der Gerichts⸗ ſchreiberin Haslinger und der Regiſtratorin Kunkel mitgetheilt worden waren, Glauben geſchenkt und ſich dieſerwegen ſogar eine Zeit lang recht unfreundlich gegen den verläumdeten Aegidius benommen hatte. Uebrigens hatten die würdigen Damen Haslinger