Teil eines Werkes 
3. Band (1875)
Entstehung
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ſie ja noch gar keine Idee an's Heirathen hätte, ſchalt wohl Gertrud:

Das wäre wohl auch das Klügſte; Sie ſind ja noch ein ganz junger Kiek⸗in⸗die⸗Welt, der faſt ſelber noch die Eierſchaale auf dem Rücken trägt. Das wird eine ſchöne Haushaltung geben, wenn die alte Gertrud nicht hinten und vorne nachſehen kann.

Und in der That befand ſich Anna in einer ganz eigenthümlichen Lage. Es gewann ganz den Anſchein, als ob der Onkel Kölblich ſie friſchweg zu/ heirathen gedächte, ohne ſie vorher darum zu befragen. Aller⸗ dings überlegte ſich Anna, daß der vom Onkel in Ausſicht genommene Bräutigam kein Anderer ſein könne, als Aegidius und ſie hätte auch gar gerneJa ge⸗ ſagt, wenn dieſer ſie gefragt hätte, ob ſie ſeine Frau werden wolle, aber das war ja gar nicht geſchehen und wenn auch, was immerhin möglich war, Aegidius hierwegen mit dem Benefiziaten geſprochen, ſo war das nach Anna's Meinung denn doch nicht genug. Sie verlangte ſehr danach, auch befragt zu werden.

Und Aegidius hatte nach jener Unterredung mit ihr, an deren Schluß er zu ihrer namenloſen Ueber⸗ raſchung ihr die Hand geküßt, was ihr in ihrem ganzen Leben nicht paſſirt war, ja was ſie ſogar noch gar nie bei Anderen geſehen, ſo daß ſie geglaubt hatte, Hand⸗ küſſe würden überhaupt nur von Kindern geleiſtet, nicht ein einziges Wort weiter mit ihr über jenes Thema von damals geſprochen, ſondern beim Abſchied, der in Gegenwart des Onkels ſtattgefunden, ihr nur die Hand gedrückt und geſagt:

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