Teil eines Werkes 
3. Band (1875)
Entstehung
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Junge nur meinen Namen führt, nur eine Mutter und einen Vormund hat. Dieſer Vormund verlangt nun im Namen ſeines Mündels Sicherſtellung für deſſen Anſprüche an Dich, wie ſie ihm aus dem Beſitze der eingelöſten Papiere zukommen.

Aber ich bitte Dich, liebe Leontine, warf etwas ungeduldig der Baron dazwiſchen,wozu dieſe Um⸗ ſtände? Ich habe Dir kein Hehl daraus gemacht, daß ich nicht im Stande bin, die auf mir laſtenden Ver⸗ bindlichkeiten zu erfüllen. In dem Moment, als Du ſie erwerben ließeſt, haſt Du gewußt, daß Du eine verlorene Sache kaufſt, warum ihr alſo jetzt noch nach⸗ rennen?

Gemach, mein Freund, Du irrſt. Höre mich zu Ende: Du biſt alſo in der Folge nicht mein, ſondern Lothar's Schuldner, deſſen Intereſſen der Vormund vertritt.

Bis zu unſerer Verheirathung, wendete der Baron ein,die nachfolgende Ehe legitimit: die bereits vor⸗ handenen Kinder.

Je nachdem, belehrte ihn die von ihrem Anwalte wohlinſtruirte Sängerin,es gibt geſetzliche Beſtimm⸗ ungen, wonach ein ſpäter als zur Zeit der Geburt in ſeine Rechte tretender Vater an die Uebereinſtimmung

mit der Vormundſchaft gebunden iſt bezüglich aller der

Handlungen, welche auf vermögensrechtliche Vorgänge aus der Zeit vor der Legitimirung fußen.

Du ſcheinſt Dich recht eingehend mit der Rechts⸗ pflege befaßt zu haben, ſprach etwas ſpitzig der Baron.

Reichner, Stürme im Waſſerglas. III. 2