Teil eines Werkes 
3. Band (1875)
Entstehung
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Gewalt. Sie fühlte, daß ſie ſich zurückziehen müſſe. Sollte ſie unabhängig, aber auch unbeſchützt, als ab⸗ gethane Geſangsgröße unter dem Mitleid oder dem Spott der Menſchen leben, die ja nur den Zeitgenoſ⸗ ſen freundlich entgegenkommen? Sollte ſie ſich mit einem Manne vermählen, der vielleicht im Taumel einer jener Leidenſchaften, die von Künſtlerinnen ſo häufig eingeflößt werden, die Ueberreife ihrer Schön⸗ heit überſah, um dann,wenn der ſchöne Wahn ent⸗ zwei, gebrochen, in mehr oder minder zart an den Tag gelegter Reue, ein Daſein des Vorwurfs an ihrer Seite hinzuſchleppen? Nein, ſolche Zukunften waren nicht nach Leontinens Plan. Sie glaubte ſich ge⸗ wappnet dageger* ihr Herz noch einmal für den Baron ſchlagen könne. Wenn ſie ſich alſo mit dieſem vermählte, ſo ſprach wie ſie überzeugt war nur die Stimme der Vernunft, als Bürgſchaft für ein dauerndes, weil leidenſchaftloſes, gutes Einvernehmen. Zwiſchen dem Baron und ihr lag ja keinſchöner Wahn mehr.

Mit dieſer Nüchternheit der Geſinnung kam Leon⸗ tine mit ihrer Zofe in Sternheim an.

Der Baron hatte ſie nicht erwartet und gerieth in Folge deſſen in einige Verlegenheit, denn ſein jäger⸗ mäßiger Junggeſellenhaushalt bot ohne vorherige Vor⸗ bereitungen gar keine Bequemlichkeiten oder Erfriſch⸗ ungen für eine Dame.

Fräulein Levasco beruhigte aber den Baron ſchnell, indem ſie ihm die Verſicherung gab, ſie wolle eigent⸗

lich ſich gar nicht aufhalten, ſondern ſei halb und halb