Teil eines Werkes 
3. Band (1875)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

8

10

Stimmungen, in denen er beſonders empfindlich war,

in Berührung mit einer ſein Inneres abſtoßenden Umgebung zu kommen.

Und die Einwohner des Oertchens Sternheim waren eher unter als über der Durchſchnittshöhe bäuerlicher Intelligenz. Ja, ſie galten gewiſſermaßen als die Lallenburger der Gegend, was zu mancher Prügelei, ſchon geführt hatte, wenn auf Tanzböden oder Kagel bahnen die herkömmlichen Stichelreden auf dieSchlan⸗ genfänger, wie die Sternheimer' ſpottweiſe hießen, fielen.

Die Sternheimer hatten nämlich es war gegen die Mitte dieſes Jahrhunderts einmal ein große ſchwarze Schlange gefangen. Das war ſo zugegangen. An einem kalten Winterabend wollte ein Sternheimer nach Lindenheim gehen. Da ſieht er vor dem Oert⸗ chen quer über die beſchneite Landſtraße weg ein Un⸗ gethüm von mehr als Klafterlänge liegen. Obwohl dicht behaart, erkannte er das Unthier doch ſofort als eine rieſige Schlange, denn es war vom Kopf bis zum Schwanz gleichmäßig nur ſo dick, wie ein kräftiger Mannesarm. Zwar erſchrack der Sternheimer bei dem Anblick des Rieſenthieres, da es aber bewegungslos lag, faßte er doch den Muth, ſich überzeugen zu wollen, ob es lebe. Vorſichtig klopfte er mit ſeinem vorgehaltenen Stock das Thier auf das eine Ende, das er für den Schwanz hielt, ſprang aber ſofort zurück, als er ſah, daß das Ungethüm bei der Berührung eine wellenförmige Bewegung gemacht. Es lebte alſo noch So ſchnell ihn ſeine Füße tragen konnten,