Teil eines Werkes 
3. Band (1875)
Entstehung
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Wenn dann Jemand zu den geſchloſſenen Schlaf⸗ zimmerfenſtern, welche durch die zugezogenen Vorhänge verrathen, daß der Baron noch ſchläft, hinaufſchaut, ſagt er:

Da wohnt ein glücklicher Menſch, der darf ſchla⸗ fen, indeſſ wir arbeiten müſſen, oder auch:da wohnt ein Faulpelz. Je nachdem.

Es iſt gar viel Schönfärberei bei den gebräuch⸗

lichen Schilderungen des Landlebens. Sie theilen das

mit den gang und geben Beſchreibungen deutſcher Touriſten über Italien. Die Leſer werden in beiden Fällen ſyſtematiſch verführt, Unrichtigkeiten, ja Un⸗

möglichkeiten zu glauben, bis ſie, wenn ſie dann ſpäter

Gelegenheit haben, mit eigenen Augen ſehen, jammer⸗ voll enttäuſcht werden.

Man muß es immer und immer wiederholen, bis ſelbſt ein Thomas es glaubt, daß es nichts Proſai⸗ ſcheres auf der Welt gibt, als einen Bauern. Und die ganz naturgemäße Folge hiervon iſt, daß dieſe Proſa des eingebornen Landesbewohners rückwirkt auf den flüchtigen Beſucher, derdas Land wie eine

Theatervorſtellung beſucht und da meint, es müſſe ihm

auf jedem Schritt und Tritt ein poetiſcher Eindruck begegnen. Freilich hat der praktiſch denkende und rechnende Bauer nicht vermocht, Berge und Thäler zu

verändern; wo die Natur dieſelben in harmoniſch er⸗

freulichen Zuſammenſtellungen geſchaffen, kann der Menſch nichts im Großen und Ganzen verpfuſchen, aber im Detail beſorgt er das mit um ſo größerer Ausdauer. Nicht nur, daß dem Bauern aller und