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Tücher gehüllt ſtanden wir fröſtelnd, ſchon zeigten ſich die Vorboten des erwarteten vielbeſprochenen Schau⸗ ſpiels, geſpannt ſahen Alle, in zwangloſe Gruppen vereinigt, nach dem nahenden Tagesgeſtirn. Ganz in meiner Nähe ſtand ein alter Mann, weißes, dünnes Haar quoll unter dem Hut hervor, bewegungs⸗ und wie es ſchien vollkommen theilnahmslos für ſeine Um⸗ gebung, ſchaute das tiefdenkende Auge nach Oſten, die Züge verkündeten Ernſt, ja Strenge.— Jetzt zog ſie herauf die Lebenſpenderin, umſchwommen von einem Meer farbigen Lichtes, verſtummt war jeder Laut in 1— der Geſellſchaft, die Erhabenheit des Momentes hatte ſelbſt den leichtfertigſten und gedankenloſeſten Schwätzern den Mund geſtopft und jeder Einzelne fühlte ſich ver⸗ geiſtigt. Da fielen zufällig meine Blicke auf den alten Mann mit den eiſig ſtrengen Zügen,— er war plötz⸗ lich ein Anderer geworden. Den Hut hielt er abge⸗ zogen in den Händen, die langen dünnen Haare flat⸗ terten in der friſchen Morgenbriſe, ſein Auge glänzte in faſt überirdiſcher Verklärung und ſeine Mienen drückten eine Weichheit aus, von deren Beſitz der Alte wohl ſelber keine Ahnung hatte. Kein Zweifel— der Greis betete betete ein wortloſes, darum aber nicht minder tief empfundenes Gebet. Das Bild dieſes Greiſes iſt für mich identiſch geworden mit dem Ge⸗ danken an einen Sonnenaufgang.
Und jetzt war's wieder Tag im Lindenthal— das Licht, das allbelebende ringt ſiegreich mit der immer ohnmächtiger werdenden Nacht,— auch der Baron erhebt ſich, ſchließt das Fenſter und die Gardinen und begibt ſich zu Bette.
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