Teil eines Werkes 
3. Band (1875)
Entstehung
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. Von der ehemaligen Jeſuitenkirche Lindenheims dringt, getragen durch den Gewitterwind, der Glocken⸗ ſchlag der erſten Morgenſtunde hinaus bis nach Stern⸗ heim und an's Ohr des Barons. Nichts als die feuchtwohlige Luft, die ſich mit dem erquickenden Athem, der der erfriſchten Erde entſtrömt, vermählt, lagert über den Gräſern und Geſträuchen, klettert die Bäume des Gartens hinan und wiſcht durch die offenen Fen⸗ ſter; nirgends ſonſt mehr eine Spur von dem vor⸗

gängigen Gewitter, Friede und Ruhe ſchweben jetzt über der entſchlummerten Cultur. Minder ruhig

ſitzt der Baron ſelber, noch flieht ihn der Schlaf, er kann ſich nicht entſchließen, ſchon das Fenſter zu ver⸗ laſſen.

Warum bin ich das einzige unruhige Geſchöpf hier inmitten dieſes harmoniſchen Gottesfriedens? frägt ſich Sternenkron ſelbſtquäleriſch.Bin ich denn zu keiner andern Rolle berufen, als um der Mißaccord im harmoniſchen Gefüge der Schöpfung zu ſein?

Da tönt ein ſchrilles Kreiſchen durch die Märchen⸗ ſtille der Nacht, ein Raubvogel hat ſich in feiger Hinterliſt ein ſchuldloſes Opfer geholt; weg iſt das friedliche Bild von der harmoniſchen Eintracht in der Natur, die Stille der Nacht wird zur Ruhe des Kirchhofs.

Raubvogel oder Opferthier, das iſt die Wahl, ſpricht unmuthig der Baron in ſich hinein.

Er war Beides oft genug geweſen. Er hatte gar oft der Welt und ihren Satzungen getrotzt und dieſe ſich dafür ebenſo oft, wenn nicht öfter gerächt. Zuletzt

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