Teil eines Werkes 
2. Band (1875)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

A

gegangen, als ſie bei ihrer Verheirathung das elter⸗

liche Haus verläßt.

Ich gratulire Ihnen zu einer ſolchen Tochter, ſprach Aegidius gelangweilt.

Danke; ich geb's Ihnen zurück: ich gratulire Ihnen zu einer ſolchen Braut.

Wenn ich erſt einmal eine haben werde, erklärte Aegidius,noch bin ich aber nicht verlobt.

Kleiner Schäker, das kommt ja nur auf Sie an, drohte die Frau.

Nicht ſo ganz; ich habe mich überhaupt mit ſolchen Gedanken bis jetzt noch nicht befaßt.

Da haben Sie auch ſehr klug daran gethan, lieber Aegidius, Alles zu ſeiner Zeit und am rechten Ort. Wofür hat man denn Vertrauensperſonen, auf deren Antheilnahme man ſich verlaſſen kann, nicht wahr?

Sie haben ganz Recht, verſicherte Aegidius, welcher noch immer hoffte, daß er dieſes fürchterliche Weib durch Nachgiebigkeit am eheſten loswerde.

Frau Graf's Geſicht ſtrahlte immer freudiger; ſo widerſtandslos in alle ihre Wünſche ſich fügend, hatte ſie ſich den jungen Mann in der That nicht vorgeſtellt.

Aber einmal muß denn doch ein Anfang gemacht werden, begann ſie wieder.

Aegidius kam auf die Idee, ſeinen paſſiven Wider⸗ ſtand in fernerem Schweigen auszudrücken.

Und nachdem Sie mir nun doch ſchon die Ange⸗ legenheit übertragen, ſo meine ich, daß um alles Ge⸗ rede der Leute zu vermeiden, die ja immer Gefallen daran finden, Zwietracht zu ſäen, wir gar keine Zeit