ſie zu wiſſen verlangte, nämlich daß Aegidius ſein Vermögen nicht ausbezahlt erhalten, ſondern daß er ſogar nicht einmal die Zinſen bezogen hatte, ſo daß er alſo erſt recht ein begehrenswerther Schwiegerſohn für Frau Graf wurde.
„Ei, ei,“ machte gutmüthig die Frau Regent,„ſo ſparſam waren Sie während all der Jahre, daß Sie nicht einmal Ihre Zinſen gebrauchten? Das iſt eine ſeltene Tugend bei einem ſo jungen hübſchen Manne.“
Aegidius machte eine abwehrende Bewegung.
„Warum ſoll ich das nicht ſagen?“ fuhr aber Frau Graf fort,„iſt es etwa nicht wahr? Muß erſt die alte Mutter Graf kommen, um Ihnen das zu ſagen? Kleiner Schelm, das haben Ihnen ſchon ganz andere
Frauen geſagt: junge, hübſche, vornehme Frauen,— was? Und Frau Graf zwinkerte mit den Augen gegen das erſte Stockwerk des Gaſthofes. . Es widerſtrebte Aegidius die ohnedem nutzloſe Arbeit, einen Irrthum berichtigen zu wollen, von dem ſich die Leute ja doch nicht zurückbringen laſſen mochten. „Laſſen wir das doch,“ ſprach er darum kurz. „Ja wohl,“ ſagte gutmüthig die Frau,„laſſen wir das. Wer wird ſo engherzig ſein und der Jugend verwehren wollen, ein wenig auszutoben? Die's ledig ein Bischen toll getrieben haben, werden die beſten Ehemänner. Bei den Mädchen iſt's freilich etwas Anderes, da darf man nichts durch die Finger ſehen, ſo habe ich's immer gehalten und meine Apollonia iſt aus der Hand des Schöpfers nicht reiner hervor⸗


