„Sie ſind wirklich zu freundlich,“ preßte Aegidius heraus.
„Ach was, nur keine Umſtände, lieber Aegidius; ich bin eine ſchlichte einfache Frau und habe mich nie mit Winkelzügen abgegeben. Wäre ich ſonſt zuerſt Ihnen gekommen, anſtatt abzuwarten, bis Sie den Weg zu uns hinüber gefunden?“
„Ich habe bis jetzt allerdings unterlaſſen—“ be⸗ gann Aegidius, aber die Frau Regent unterbrach ihn:
„Schon gut, ſchon gut lieber Sohn; nur kei 8 7 3₰ 1 7
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eine Umſtände. Sie haben geglaubt, daß es ſtören könnte zu uns zu kommen, weil wir den armen kranken Men⸗ ſchen im Quartier haben.“
„In der That, Sie haben den verunglückten Tur⸗ ner bei ſich aufgenommen,“ ſprach Aegidius, um dem Geſpräch eine andere Wendung zu geben,„wie befindet er ſich denn heute?“
„Ach, gut,“ ſagte Frau Graf obenhin,„wir konn⸗ ten nicht wohl anders, aus Menſchen⸗ und Chriſten⸗ pflicht, obwohl wir's ungern genug thaten, namentlich Apollonia war ſehr dagegen.“
„Wirklich?“
„Ja, ganz beſonders. Nun, was wahr iſt muß wahr bleiben. Das Kind hat den Verſtand von zehn Alten, es iſt merkwürdig. Gleich hat ſie geſagt: Mutter— hat ſie geſagt— das thut nicht gut, hat ſie geſagt. Warum nicht, mein Püppchen? frage ich
ſie und da ſagt ſie: Mutter, Du weißt, wie böſ' die
Leute hier ſind, die glauben nicht daran, daß man an einem armen unglücklichen jungen Mann ein Liebes⸗


