Teil eines Werkes 
2. Band (1875)
Entstehung
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zu Binſ zu kommen, war er artig genug, ſich mit

ruchſtückweiſen Vorſtellung zu begnügen. Sehr angenehm, ſprach er,und was iſt die Ur⸗

ſache, die mir die Ehre Ihres Beſuches verſchafft?

Herr Keller, ſagte da die wackere Mutter mit dem ganzen Aufgebot ihrer Würde,ich denke, es iſt

Ihnen das klar genug, nachdem ich Ihnen geſagtt: ich bin Apollonia's Mutter.

Am liebſten hätte Aegidius ihr geantwortet, es mögen ihn alle Apollonien der Welt ſammt allen ihren Müttern ungeſchoren laſſen, aber in Lindenheim und gegen eine Lindenheimerin, was die Frau offenbar war, mußte er ja doch eine Ausnahme machen.

Apollonia? Apollonia? ſprach er vor ſich hin, indem er ſich beſann, wer denn wohl ſo heiße. Es dämmerte in ihm auf:

Ach vermuthlich Frau Chorregent Graf? ſprach er mit unverkennbarer Freude, die dem glücklichen Um⸗ ſtande galt, das Räthſel errathen zu haben, das die Frau mit Nennung ihres Namens geſpielt.

Frau Regent Graf aber faßte dieſes freudige Ge⸗ ſicht in einem anderen Sinn auf, ihr mütterliches Herz ſchmolz ſofort in Güte und Rührung, denn ſie glaubte mit Sicherheit, daß des jungen Mannes Augen nur in Folge ſeiner Neigung zu ihrer Tochter ſo freudig gezwinkert hätten. Deshalb ſprach ſie auch gleich ganz vertraulich⸗gemüthlich:

Nun freilich, wer ſonſt ſollte es denn ſein, die den kleinen Schelm, den loſen Aegidius, in aller Frühe beſucht, als die alte Mutter Graf?

e, ſa