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„Von einer Dame.“
„Von einer Dame?“ wiederholte fragend Apollonia. „Ja wer in ganz Lindenheim ſollte denn davon etwas wiſſen?“
„Das iſt ja eben die Geſchichte. Höre nur zu. Heute Vormittag, ich weiß nicht um welche Zeit, kam
eine de Erfarduſt mit zwei Damen an. Sie ſtiegen auf „Poſt“ aus und mietheten gleich das ganze erſte Sn ckwerk.“
„Für ſich allein?“
„Für ſich allein, ja wohl. Ganz zufällig kam ge⸗ rade der Aegidius dazu, ſieht ſie und wird kreideweiß wie der Tod. Die eine der beiden Damen ſieht ihn auch und ſpricht ihn in einer wildfremden Sprache an. Der Aegidius ſtottert ebenſo einige Worte, wo⸗ rauf ihn die Dame am Arme packt und ihn mit in's Haus ſchleppt. Dort kommt der Poſthalter dazu und hört wie die Beiden zuſammen ſprechen, während ſie die Treppe hinaufgehen.“
„Und was haben ſie geſprochen?“ 3
„Es ſoll ganz merk kwürdiges Zeug geweſen e 8
ſagt der Poſthalter. Er verſtand nicht Alles, nur das konnte er hören, daß die Dame ſelbſt erzählte, wie ſie dem Aegidius durch ganz Europa nachgereiſt ſei, — wahrſcheinlich hat ſie ihn geſucht und hier endlich gefunden.“.
„Sie müſſen ſich alſo vorher gekannt haben?“
„Natürlich, die Dame ſagte ſelbſt etwas zu Aegi⸗ dius hierwegen, der Poſthalter verſtand deutlich die Worte„unſere jahrelange Compagnie.“
Reichner, Stürme im Waſſerglas. II. 5


