Teil eines Werkes 
2. Band (1875)
Entstehung
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„Alſo iſt ſie eine verlaſſene Geliebte,“ entſchied Apollonia.

„Das uh⸗ aber wer iſt ſie Ven Hauſe aus?“

Wie kann ich das wiſſen? Vielleicht eine Har⸗ ſer eniſ ſtin.“

„Kind, Du verſündigſt Dich,“ ſprach drohend die

Mutter,„die Dame iſt— eine Prinzeſſin, die Be⸗ gleiterin ihre Hofdame.“

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„Nicht möglich,“ fuhr Apollonia auf.

„Wie ich Dir ſage, der Poſthalter hat's in ſeine eigenen Ohren hinein gehört, wie der Aegidius zu ihr ſagte: Prinzeſſin.“

Die beiden nächtlichen Schwätzerinnen drehten dieſes Ereigniß noch hin und her und betrachteten es von allen Seiten, endlich aber fiel es Apollon nia doch ein zu fragen:

„Bei alledem, Pienier. vIſeh ich nicht ein, wie Du dazu kommſt, mich zwegen d ieſer Geſchichte„Frau Chor⸗ regent“ anzuſprechen.“

„Ja ſo,— das iſt ja die Hauptſache. Nun alſo, der Aegidius iſt heute in Lindenheim herumgegangen, hat die einflußreichſten Bürger aufgeſucht und hat ihnen unter der Hand zu verſtehen gegeben, daß er zurückgekommen ſei, um ſich hier um die Stelle als Chorregent zu bewerben.“

„Die iſt ja nicht frei,“ fuhr Apollonia auf.

„Nur Geduld; daſſelbe wurde ihm auch geantwortet, aber er erklärte, daß er ſich damit begnüge, wenn man ihm die Anwartſchaft verſpreche auf dieſe Stelle, ſo⸗ bald der Vater einmal abtrete; er würde jetzt den